Psychologie und Glaube

Datum: 28.04.2021

Psychologie und Glaube

Albert Görres (1918 -1996) hat Philosophie, Psychologie und Medizin studiert und war lange Zeit Professor für Psychotherapie in München.

Wenn man sich mit der Frage der Beziehung zwischen Psychologie und christlichem Glauben beschäftigt, stößt man häufig auf ihn – so Anselm Grün in der Zeitschrift “einfach leben Ausgabe November 2020 – Fundstellensammlung am Schluss dieses Beitrages.

Jesus als Menschenfreund

Albert Görres bezeichnete sich selbst als Amateur-Theologen.

Er ist immer wieder der Frage nachgegangen, wie er als kritischer Psychologe und Naturwissenschaftler glauben kann und wie er den Glauben mit seiner kritischen Vernunft verbinden kann.

Er hat das Wesen bis zuletzt der christlichen Botschaft gut verstanden, hat sich mit seinem Glauben auseinandergesetzt und hat auch die krankmachenden Formen des Glaubens kritisch betrachtet.

Aber bis zuletzt war ihm klar, dass ihn sein Glaube an Jesus Christus trägt. 

In seinem Buch “Kennt die Religion den Menschen?” (1983) legt er ein sehr persönliches Zeugnis seines Glaubens ab:

“Für mich ist Jesus der Fund, die Entdeckung sein Wort geht mir nahemeines Lebens. Ich finde ihn so glaubwürdig und so liebenswert. Sein Blick trifft mich, sein Wort geht mir nahe. Ich fühle mich von ihm durchschaut, aber auch rundum verstanden und trotzdem geliebt. Die Menschenfreundlichkeit Gottes in Person bewegt mich”. 

Das Böse verstehen gemeinsam 

Gemeinsam mit Karl Rahner hat Albert Görres ein Buch über “Das Böse” geschrieben.

Ausgehend von der Freundschen Psychologie macht er sich hier Gedanken über das Wesen des Bösen.

Das Böse ist für ihn das “Unzweckmäßige”, das “in Wahrheit Glückswidrige”.

Viele, die böse handeln, tun das oft aus Verzweiflung.

Er schreibt: ” Das Böse ist Verzweiflung. Es enthält immer eine Resignation, dass man mit dem Guten und dem Glück keinen Staat machen kann, dass es nicht möglich ist, wirklich gut zu sein und darum gar nicht lohnt, überhaupt damit anzufangen.

Das Böse ist bei vielen Menschen eine Antwort auf die in der Kindheit erlittenen Kränkungen..

So schreibt Görres: “Viel Böses bei Erwachsenen ist nachträgliches Begleichungen aller Rechnungen bei den falschen Schuldnern”. 

Glauben – trotz allem